Bündis 90 Die Grünen

Nettetal

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Nettetal auf dem Weg zur Nachhaltigkeit – Cradle-to-Cradle-Antrag einstimmig angenommen

Wie kann die weitere Entwicklung Nettetals an den Grundsätzen einer umfassenden Nachhaltigkeit orientiert werden? Wie können etwa beim Bauen oder beim Beschaffungswesen neben ökonomischen auch ökologische und soziale Aspekte einbezogen werden? Wie kann sich das kommunale Wirtschaften mehr als bisher an den geschlossenen Kreisläufen der Natur orientieren, die keinen Abfall kennt?

Dazu haben die Nettetaler Grünen gemeinsam mit der CDU-Fraktion einen Antrag eingebracht, der jetzt im Hauptausschuss einstimmig angenommen wurde. 

In dem Antrag geht es darum, dass sich Nettetal nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip (abgekürzt C2C) ausrichtet und dabei die Erfahrungen unserer Nachbarstadt Venlo einbezieht. Dort gilt dieses Prinzip seit 2009 als Leitbild. Übersetzt heißt Cradle-to-Cradle „Von der Wiege zur Wiege“. Gemeint ist damit, dass in biologischen und technischen Kreisläufen alles wieder zu seinem Ursprung zurückgeführt wird, so wie die Natur es uns vormacht.

C2C-konkret: Aus alten Büromöbeln werden wieder neue, Baustoffe werden in regionale Wirtschaftskreisläufen geführt. Produktionsmethoden werden entgiftet und für die Wiederverwertung der produzierten Materialien optimiert.

Venlo- Die C2C-Welthauptstadt: Wie das gehen kann, hat Venlo an mehreren Bauprojekten erprobt und gilt weltweit als führend in dieser Richtung. Zuletzt am großen neuen Rathaus an der Maas für 900 Mitarbeiter. Das Gebäude zeichnet sich aus etwa durch eine effiziente Energieversorgung, gesunde Baumaterialien, ein innovatives Lüftungssystem über einen Sonnenschornstein oder auch durch die größte Grünfassade Europas, damit die Feinstaubbelastung im Umfeld reduziert und auch Platz für Tiere geschaffen wird. Es geht darum, Bauprojekte so zu gestalten, dass sie etwas Positives für Mensch und Natur bewirken, dass sie einen Mehrwert schaffen. Bei einem späteren Abriss ist das Gebäude in seine Einzelteile zerlegbar und kann somit vollständig wieder in die Wirtschaftskreisläufe zurückgeführt werden.

Und in Nettetal? Im gemeinsamen Antrag wird angeregt, bei der geplanten Rathauserweiterung an der Steegerstraße in Lobberich das Prinzip C2C anzuwenden und mit diesem Konzept erste Erfahrungen zu sammeln für alle Bereiche des kommunalen Handelns. Konkret werden: Das heißt etwa bei den Ausschreibungen Fragen zu stellen nach der Zusammensetzung der Produkte, nach den Gesundheitsaspekten und nach den Möglichkeiten eines späteren Recyclings. Gemäß dem Beschluss im Hauptausschuss wird dazu das Cradle-to-Cradle-Prinzip in die Leitziele einbezogen und Nettetal als gesunde und nachhaltig wachsende Stadt positioniert: Nettetal – die nachhaltige Kreislaufstadt.

Eine Riesenchance für die ganze Region: Der Projektmanager für C2C in Venlo, Michel Weijers, entwarf in seinem Fachvortrag im Ausschuss die Vision eines C2C-Valleys in Anlehnung an das Silikon-Valley in Kalifornien. Er hielt ein leidenschaftliches Plädoyer für eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit in Sachen Cradle-to-Cradle als einem innovativen und zukunftsorientierten neuen Konzept des Wirtschaftens. Davon könne die ganze Region profitieren und neue Unternehmen und junge Fachkräfte anlocken.

Die Grünen-Fraktion ist sehr erfreut über die einstimmige Unterstützung des Antrages und die sehr konstruktive Weiterbearbeitung in der Verwaltung. Die weitere C2C-Entwicklung werden wir intensiv weiter begleiten. Zwischenschritte wäre etwa 100% Ökostrom für kommunale Gebäude. Oder mehr Elektroautos im städtischen Fuhrpark. Vielleicht kann auch das VENETE-Gebiet durch C2C noch zu einer späten Erfolgsgeschichte werden … Zum Antrag: Antrag Cradle to Cradle